Milchsensor zur Überwachung von Mastitis und der Leistungsdaten des Melkstands
3 Juni 2026 Neuigkeiten 3 min
Die Entstehung des neuen Milchsensors von CowManager
Während des Melkens leuchtet eine Kontrollanzeige auf. Der Melker erkennt sofort: Die Leitfähigkeit eines Euterviertels weicht vom Sollwert ab. Ein Sensor, der nicht nur die Leitfähigkeit misst, sondern auch Milchmenge, Milchfluss, Temperatur und Vakuumniveau.
Neben der Eutergesundheit auf Viertelbasis analysiert der Sensor sämtliche Abläufe im Melkstand bis ins Detail.
Das ist der Milchsensor – die neueste Innovation aus dem Hause CowManager.
Milchviehhalter und Gründer von CowManager Gerard Griffioen und Koen van Meurs, Leiter der Produktentwicklung.
„Dank des Milchsensors können Landwirte Probleme im Bereich der Eutergesundheit frühzeitig erkennen und ihnen gezielt vorbeugen“, erklärt Gerard Griffioen, Milchviehhalter und Gründer von CowManager.
Mastitis beeinträchtigt nicht nur die Milchleistung, sondern auch die Tiergesundheit und die Wirtschaftlichkeit des Betriebs. Eine frühzeitige Vorbeugung ist daher von großer Bedeutung.
„Bei einem Besuch bei einem unserer größten Kunden wurde deutlich, wie relevant die Herausforderungen sowohl im Umgang mit Mastitis als auch bei der Genauigkeit der Melkdaten sind. Kühe wurden nicht eindeutig erkannt, sodass keine vollständigen Melkdaten vorlagen. Gleichzeitig standen enorme Datenmengen zur Verfügung – allerdings oft mit erheblichen Zweifeln an deren Zuverlässigkeit“, erinnert sich Griffioen.
Daraus entstand die erste Idee für den Milchsensor. „Anschließend haben wir den Milchsensor gemeinsam mit Milchviehhaltern direkt unter Praxisbedingungen entwickelt“, berichtet Koen van Meurs, Leiter der Produktentwicklung, begeistert.
Da der Milchsensor Daten auf Viertelbasis erfasst und CowManager über ein internationales Netzwerk großer Milchviehbetriebe verfügt, konnten innerhalb kurzer Zeit umfangreiche Praxiserfahrungen und Datensätze gesammelt werden. Auch der Abgleich der Ergebnisse mit Laboranalysen der Milch war ein wichtiger Bestandteil des Entwicklungsprozesses und entscheidend für ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit.
Künstliche Intelligenz in Kombination mit der langjährigen Erfahrung von CowManager in der Entwicklung von Algorithmen und der Analyse großer Datenmengen bildet die Grundlage für ein intelligentes, leistungsstarkes und zuverlässiges Dashboard.
Fünf Indikatoren in einem Milchsensor
Der Milchsensor erfasst derzeit fünf Indikatoren: Temperatur, Leitfähigkeit, Milchmenge, Milchfluss und Vakuumniveau. „Der Milchsensor befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Euter, wodurch besonders präzise Messdaten erzielt werden.
Gleichzeitig wurde auch die Milchqualität berücksichtigt: Der Sensor gewährleistet einen hygienischen und ungehinderten Milchfluss. Das System lässt sich vollständig individuell konfigurieren. Die Installation ist ein einfacher und schneller Prozess: Den Schlauch unter dem Melkbecher durchtrennen, den transparenten Sensor dazwischenschieben und anschließend die Schläuche wieder beidseitig am Sensor befestigen.
„Dadurch lässt sich der Sensor mit nahezu jeder Marke und jedem Typ von Melkbecher im Melkstand einsetzen“, erklärt Gerard engagiert.
Alle Daten werden übersichtlich auf dem Computer dargestellt. Der CowManager Milchsensor ist für alle Milchviehhalter verfügbar, die bereits einen CowManager Ohrsensor nutzen oder künftig einsetzen möchten. Darüber hinaus kann der Milchsensor zukünftig um eine Tiererkennung erweitert werden.
Der CowManager Milchsensor.
Mastitis frühzeitig erkennen und prognostizieren
Der Milchsensor unterstützt dabei, Euterentzündungen frühzeitig zu erkennen und potenzielle Risiken bereits vor dem Ausbruch zu identifizieren. Die kontinuierliche Überwachung der Melkprozesse wirkt sich positiv auf die Zitzengesundheit aus und kann Risikofaktoren für Mastitis – wie beispielsweise Hyperkeratosen an den Zitzenenden – frühzeitig sichtbar machen und reduzieren.
Darüber hinaus kann der Milchsensor einen wichtigen Beitrag zur Senkung der Zellzahlen in der Milch leisten. Gerard und Koen denken jedoch bereits einen Schritt weiter.
„Dieser präventive Ansatz wirkt sich positiv auf das Tierwohl aus. Darüber hinaus trägt dies dazu bei, unfreiwillige Bestandsabgänge aufgrund hoher Zellzahlen oder Mastitisprobleme zu reduzieren“, erwarten die beiden.
„Dadurch können Kühe langfristig gesünder und länger im Betrieb verbleiben“, erklärt Gerard.
Die Leistung jedes Melkzeugs im Blick
Ein weiteres Ziel des Milchsensors ist die detaillierte Analyse der Melkprozesse bis auf Ebene des einzelnen Melkzeugs „Die Funktionsweise des Melkstands ist ein entscheidender Faktor zur Vorbeugung von Eutererkrankungen. Blindmelken, Lufteinbrüche oder zu niedrige Reinigungstemperaturen sind auf den ersten Blick nicht sichtbar, können jedoch das Risiko für Mastitis oder erhöhte Keimbelastungen deutlich erhöhen“, erklärt Koen.
Der Milchsensor macht solche Einflussfaktoren sichtbar und unterstützt damit die frühzeitige Erkennung von Problemen im Melkprozess. Darüber hinaus trägt der Milchsensor zu gleichbleibenden Melkabläufen bei – insbesondere, wenn unterschiedliche Melker im Einsatz sind. Unterschiede zwischen einzelnen Melkern oder Melkzeiten werden dadurch unmittelbar sichtbar.
„Die Kombination aus Ohrsensor, Milchsensor und dem dazugehörigen Selektionstor eröffnet völlig neue Möglichkeiten“, erklärt Gerard mit Blick auf das gesamte CowManager-Ökosystem. Damit nimmt der Milchsensor eine zentrale Rolle innerhalb des Gesamtsystems ein.
Doch damit ist das Potenzial aus Sicht der beiden noch lange nicht ausgeschöpft. „Das ist erst der Anfang – künftig wird sich mit dem Milchsensor noch deutlich mehr direkt in der Milch und im Melkstand erfassen lassen“, verrät Koen.
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Der Milchsensor wird ab 2027 verfügbar sein. Klicken Sie auf die Schaltfläche unten, um auf dem Laufenden zu bleiben.